Was habe ich mir heute bloß dabei gedacht?

Lohnt es sich, im Vorstellungsgespräch menschlich zu sein?

By 27.4.202014. Februar 2021Keine Kommentare

Manchmal unterbreiten Journalisten überraschende Interviewvorschläge. Was sollten Sie darauf antworten?

Janne Tervola, ein erfahrener Journalist bei Tekniikka&Talouden, suchte auf Linkedin einen Interviewpartner für eine Geschichte über psychische Gesundheit.

Die instinktive Reaktion vieler Verantwortlicher für den Ruf eines Unternehmens ist eindeutig negativ. Niemand in unserem Unternehmen wird sich daran beteiligen. Jegliche Diskussionen, die über das Markenhandbuch hinausgehen, stellen ein Risiko für das Unternehmen dar.

Aber manchmal lohnt es sich, ein Risiko einzugehen.

Heutzutage ist es von Vorteil, wenn ein Unternehmen oder eine Führungskraft für ihre Menschlichkeit bekannt ist. Sie werden als nahbar wahrgenommen. Ihre Menschlichkeit öffentlich und ohne Zwang zu zeigen, ist einer der besten Wege, dies zu erreichen.

Einen besonders großen Einfluss können Sie ausüben, wenn Sie in Bereichen arbeiten, die für ihren Teflon-ähnlichen und harten Wettbewerb bekannt sind, wie zum Beispiel in der Finanzwelt, der Unternehmensberatung, in Anwaltskanzleien oder im Managementteam eines börsennotierten Unternehmens/internationalen Konzerns.

Der Interviewpartner würde als Mensch unter Robotern wahrgenommen werden. Das ist ein gutes Bild.

Natürlich sollten Sie sich gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wohin das Gespräch führen könnte und welche Anschlussfragen Sie beantworten können.

Es gibt gute Gründe, warum ein Interview unter Umständen nicht ratsam ist. Wurde das Thema im Arbeitsumfeld noch nicht besprochen, kann eine Veröffentlichung in den Medien Verwirrung stiften. Bei schwersten psychischen Erkrankungen werden sich die Menschen zudem fragen, ob die betroffene Person ihren Beruf weiterhin ausüben kann.